Betriebsratswahlen: Das d’Hondtsche Höchstzahlenverfahren

Dezember 2009 • Im hier hinterlegten Beispiel wird die Feststellung der Mindestsitze für das Minderheitengeschlecht beschrieben.

Grundlage des Beispiels ist ein Betrieb mit 400 Männern und 200 Frauen – Ermittlung nach dem d’Hondt’schen Höchstzahlenverfahren:

Männer
400 : 1 = 400
400 : 2 = 200
400 : 3 = 133,3
400 : 4 = 100
400 : 5 = 80
400 : 6 = 66,6
400 : 7 = 57,1
400 : 8 = 50

Frauen
200 : 1 = 200
200 : 2 = 100
200 : 3 = 66,6
200 : 4 = 50
200 : 5 = 40
200 : 6 = 33,3
200 : 7 = 28,6
200 : 8 = 25

Gemäß § 9 BetrVG sind 11 Betriebsratssitze zu vergeben. Diese entfallen auf die Höchstzahlen: 400, 200, 133,3, 100, 80, 66,6, 57,1 und 50. Da die Höchstzahl 50 auf beide Geschlechter entfällt, entscheidet das Los. Je nach Losentscheid erhält das Minderheitengeschlecht 3 oder 4 Sitze.


Abwandlung:

Bei Anwendung des Höchstzahlenverfahrens kann es aber auch dazu kommen, dass dem Minderheitengeschlecht überhaupt keine Sitze garantiert sind.

Betrieb mit 20 Männern und 160 Frauen – Ermittlung nach d’Hondt:

Männer
20 : 1 = 20
20 : 2 = 10
20 : 3 = 6,7
20 : 4 = 5
20 : 5 = 4
20 : 6 = 3,3
20 : 7 = 2,8

Frauen
160 : 1 = 160
160 : 2 = 80
160 : 3 = 53,3
160 : 4 = 40
160 : 5 = 32
160 : 6 = 26,7
160 : 7 = 22,8

Gemäß § 9 BetrVG sind 7 Betriebsratssitze zu vergeben. Diese entfallen auf die Höchstzahlen: 160, 80, 53,3, 40, 32, 26,7 und 22,8. Das Minderheitengeschlecht (Männer) hat aber als erste Höchstzahl die „20“. Ihm steht danach kein garantierter Sitz zu. Dies ist hinzunehmen.